In Deutschland hat der Hass auf marginalisierte Menschen lange Traditionslinien, sagt Gränitz. Sozialdarwinistische Ideen, die zwischen lebenswerten und lebensunwerten Menschenleben unterscheiden, also der Vorstellung anhängen, in der Gesellschaft sollten sich nur die vermeintlich Starken durchsetzen, kursierten schon vor der Herrschaft des Nationalsozialismus.
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Dass die Täter meist Männer sind, ist kein Zufall. Es gehöre zu einer immer noch verbreiteten Vorstellung von Männlichkeit, keine eigenen Schwächen zulassen zu dürfen, sagt die Soziologin. Im Extremfall könne dies dazu führen, dass die Täter eine den Opfern zugeschriebene Schwäche mit Gewalt bekämpfen, um sich selbst stark zu fühlen. “Die eigene Männlichkeit kann umso besser exerziert werden, die eigene Härte, der Körperpanzer wiederhergestellt werden, indem man die bei sich selbst verleugnete Schwäche an anderen Männern, die diesem Bild von Männlichkeit nicht entsprechen, ausradiert.”
Kleine Würstchen mit Allmachtsfantasien. Bei solchen reinen Hass-Taten sollte IMHO prinzipiell die höchstmögliche Strafe verhängt werden.
Die höchstmögliche Strafe wurde verhängt. 10 Jahre im Jugendgefängnis. War das erste Mal, dass die Richter dort diese Strafe verhängt hatten.
Bin trotz allem nachhaltig verstört von dieser Tat…
Alter… was habe ich da gerade gelesen?
Ich habe mich eigentlich schon lange als eher zynischen Menschen betrachtet der sich von Nachrichten eigentlich nicht mehr wirklich aus der Ruhe bringen lässt, aber das hier ist nach langer, langer Zeit mal wieder ein Fall bei dem ich denke: “Scheiß auf die Jugendstrafe, scheiß auf das Grundgesetz, der Typ gehört an den Galgen”. Das ist natürlich keine Lösung und würde zukünftige Fälle wie diesen nicht verhindern… aber wie verhindert man das dann?
Spätestens seit den Corona Lockdowns ist irgendwas mit den Menschen passiert, das allgemeine Frustrations- und Aggressionslevel ist auf einem Niveau das ich in meinen über 40 Jahren auf dieser Kugel so noch nicht erlebt habe, es ist als ob alle nur auf den “großen Knall” warten würden. So, das ist der IST Zustand, aber wie kommen wir davon wieder weg? Mehr Sozialarbeiter? Algorythmische Social Media verbieten? Eine stärkere Involvierung des Staates bei der Kindererziehung und schnelleres Durchgreifen wenn auffälliges Verhalten festgestellt wird?
“Scheiß auf die Jugendstrafe, scheiß auf das Grundgesetz, der Typ gehört an den Galgen”
Nachvollziehbare Emotion. Aber wie du richtig erkannt hast, keine Option. Wir als Gesellschaft wollen das ziemlich sicher nicht. Wenn man sich von Emotionen dieser abscheulichen Tat leiten lässt, holen wir uns noch ganz andere nicht-rechtstaatliche Dinge wie Selbstjustiz etc. ins Haus.
Man könnte schonmal Obdachlose von der Straße holen, meiner Meinung nach, indem man bezahlbaren Wohnraum schafft. Ist natürlich nur eine Teillösung, aber eben auch eine Wichtige. Wie man nun Leuten beibringt Obdachlose nicht zu misshandeln/töten bin ich allerdings auch überfragt. Soziale Maßnahmen sind, langfristig gesehen, sicherlich immer hilfreicher, als stumpf nach Symbolmaßnahmen (wie immer höheren Strafen), zu schreien. Am Ende bringt das nämlich meistens nüscht.
Das ist natürlich keine Lösung und würde zukünftige Fälle wie diesen nicht verhindern… aber wie verhindert man das dann?
So scheisse es ist: absolute Sicherheit gibt es nicht. Wir könnten aber deutlich mehr gegen Sozialdarwinismus machen mit Aufklärung und so. Das würde es zumindest unwahrscheinlicher machen
Besser nicht vorm Frühstück lesen, mir ist schlecht
Ich find hart, dass die Polizei zwischendurch da war und nichrs gecheckt hat. Vielleicht wäre da ein Anhaltspunkt die Leute mehr für solche Situationen zu schärfen.
Es gibt Probleme, die ich hierbei sehe:
a) es wird ja schon im Artikel beschrieben, dass Herr Neumann etwas gesagt hat und sie sein “lallen” auf eventuellen Alkoholkonsum geschoben haben - in Anbetracht von Zeit und Ort naheliegend
b) etwas, was jetzt sehr komisch klingen wird, sie haben den Täter nicht gleich eingeknastet, weil er Ausländer war (oder evtl. so aussah) - etwas, was sie vielleicht explizit nicht wollten, um nicht Vorurteilen ggü der Polizei gerecht zu werden
Also kann ich es schon nachvollziehen, dass sie es nicht sofort erkannt haben. Ich kann mir vorstellen, dass die beiden Polizisten das auch einige Zeit mit sich tragen werden. Wie auch die Sanitäterin wird es für die Polizisten nicht leicht sein, das wegzustecken.was jetzt sehr komisch klingen wird
Ja, klingt komisch und ist easy ein dummer Take. Was ist die implizite Aussage? Die Polizei ist sanfter zu ausländisch gelesenen Personen, weil sie Angst vor Rassismusvorwürfen hat?
Die Polizei wird ja bei jedem Anfangsverdacht vor Rassismus von Kollegen, Gewerkschaften und Politik gedeckt. Ich glaube nicht, dass irgendein Polizist Angst davor hat, zu rassistisch zu wirken.
ist easy ein dummer Take
Ich verstehe nicht, warum es ein dummer Take, wenn man Polizisten als Individuen betrachtet und nicht als monolithischen Block, der sich komplett gleich verhält. Daher: Ja, es wird Polizisten geben, die sich um das Bild der Polizei Sorgen machen und damit auch Angst vor Rassismusvorwürfen haben. Es ist genauso gut möglich, dass diese Polizisten keinen Anfangsverdacht gesehen haben, um einen von den Leuten auf die Wache mitzunehmen. Vielleicht war ihnen auch kalt. Es wissen nur die Polizisten selbst.
Mal von der grausamen und abscheulichen Tat abgesehen: Ich finde es einfach erschütternd, wie in unserer Gesellschaft Tausende vereinsamen und/oder auf der Straße landen (in diesem Fall beides) und wir das nicht als das kollektive Scheitern erkennen, das es ist.
Armut und Superreiche sollten nicht gleichzeitig existieren. Wenn es allen gut geht, darf es meinetwegen auch einigen besser gehen, ist zwar nicht ideal aber wenigstens akzeptabel.
Wenn aber jemand zig Millionen hat und keine Ahnung wie viele hundert ein Wocheneinkauf kostet, weil solche Kleinbeträge ihn eh nicht mehr jucken, während ein Rentner nach 50 Jahren arbeiten noch Flaschen sammelt und dir auf den Cent genau sagen kann, was ihn sein Einkauf kostet, weil er die Cents abzählen muss, dann ist das, wie du sagst, ein kollektives Scheitern.




