Mein Erfahrungsbericht nach ein paar Wochen Linux Mint Cinnamon auf einem Win-7 Sony-Vaio und dem anschließenden Umstieg auf Linux Mint Mate.
Auf dem Laptop war bis Mitte des Jahres noch Win10 installiert, das final immer wieder eingefroren ist. Aus diesem Grund bin ich auf Linux Mint Cinnamon umgestiegen. Also nicht aus Sicherheitsgründen, sondern weil der Rechner mit Windows nicht mehr nutzbar war.
Aufgrund der verbauten HDD läuft der Laptop auch unter Mint eher träge, aber stabil. Insgesamt bin ich mit den Funktionen und Anwendungen sehr zufrieden. Zusätzlich installiert habe ich unter anderem:
- OnlyOffice (gefällt besser als LibreOffice)
- FreeTube
- Brave (als Backup, falls Firefox einmal hängt)
- GIMP
- VLC
Als ich versucht habe, den Drucker “Brother HL-4140CN” einzurichten, hat sich das System allerdings komplett aufgehängt. Offenbar ist bei der laienhaften Treiberinstallation etwas schiefgelaufen: Der Rechner landete in einer Endlosschleife und selbst über den Recovery-Mode war mit meinen rudimentären Kenntnissen keine Rettung mehr möglich. Lektion 1: Timeshift nutzen, sobald das System frisch installiert, konfiguriert und vollständig aktualisiert ist.
Nach zig erfolglosen Recovery-Versuchen habe ich Linux Mint neu installiert. Da mir Cinnamon auf diesem alten Laptop etwas zu träge erschien und wegen dem letzten Absturz, habe ich mich diesmal für MATE entschieden. Ich hätte es neben Cinnamon auf eine zweite Partition packen können, aber das wollte ich nicht - ganz, oder gar nicht. Jetzt, nach der Installation kommt mir Linux Mint MATE nicht spürbar stabiler oder schneller vor. Zeit zum Booten und Programmstarts wirken für mich nahezu identisch. Außerdem habe ich mich bei einigen Einstellungen in MATE ziemlich lange durchbeißen müssen.
Folgendes konnte ich lösen:
- Der Admin-Account hat ein Login-Passwort, während sich der Desktop-Nutzer ohne Passwort anmelden soll. Damit das funktioniert, muss man unter „Benutzer und Gruppen“ trotzdem zunächst ein Passwort für den Desktop-Nutzer vergeben, um anschließend „Passwort > Bei Anmeldung nicht erforderlich“ auswählen zu können. Ohne dieses Dummy-Passwort bleibt das Konto dauerhaft gesperrt.
- Beim Bildschirm-Timeout wollte ich ebenfalls kein Passwort eingeben müssen. Lösung: Menü „Bildschirmschoner“ > Haken entfernen bei „Bildschirm sperren, wenn der Bildschirmschoner aktiv ist“. Der übersetzte Menüpunkt war für mich leider nicht selbsterklärend, weshalb ich hier lange herumprobiert habe.
Folgendes konnte ich bisher nicht lösen:
- Das Hinzufügen des Netzwerkdruckers “Brother HL-4140CN”. Für fast alle Drucker scheinen Treiber vorinstalliert oder über Paketquellen verfügbar zu sein, nur für diesen offenbar nicht.
- Die Leiste in Linux Mint MATE gefällt mir optisch deutlich weniger als unter Cinnamon. Ich habe testweise die Höhe der Leiste vergrößert und dabei diesen zusammengefügten Screenshot gemacht: Ideal wäre, wenn das Mint-Symbol links proportional größer werden würde, während die Symbole rechts klein bleiben sollen (die mir ohnehin nicht besonders gefallen). Dafür habe ich jedoch keine Lösung gefunden, auch nicht mit Mate-Tweak. Aktuell habe ich die Leiste auf einer Höhe von 29px belassen, wo alle Icons ungefähr gleich groß sind.
Mal sehen, wie sich Linux Mint MATE in den nächsten Wochen schlägt. Immerhin habe ich diesmal ein funktionierendes Timeshift-Backup.
Ich denke für so eine alte Büchse wäre XFCE eine bessere Wahl. Ist zwar ein bisschen schlicht, aber soll wohl auch auf älterer Hardware flüssig laufen. Was die Druckerinstallation angeht, versuch’s doch mal mit einem anderen Treiber. Meiner war auch nicht in der Treiberauswahl, dann habe ich den mit der ähnlichsten Modellnummer genommen und es hat funktioniert.
Ja, XFCE steht ggf in ein paar Wochen an.
Ich hatte als alternativen Drucker den HL-4040CN versucht, was aber nicht funktionierte. - Fehler im Display vom Drucker. Vielleicht probiere ich mich da nochmal mit anderen Modellen durch.Es gibt sogar einen *.deb Treiber für HL-4140CN, den ich herunterladen und installieren konnte. Nur leider erscheint der Drucker trotzdem nicht, bzw wird der Treiber gefunden.
Aufgrund der verbauten HDD läuft der Laptop auch unter Mint eher träge
SATA SSDs sind nicht teuer, ich empfehle (wenn das dein einziger Rechner ist) eine 1TB ssd zu holen.
Die HDD kann man mit externem Adapter noch für Backups nutzen. SSDs verlieren Daten, wenn sie für ein Jahr nicht angeschaltet werden. Bei HDDs passiert das so nicht.
OnlyOffice (gefällt besser als LibreOffice) FreeTube
Das sind beides Electron-Apps, heißt da läuft ein separater Chromium Browser pro App. Wenn möglich Webapps in nem Chromium basierten Browser benutzen (Firefox will das auch irgendwie unterstützen, k.a. wann.
Es gibt zB Invidious Instanzen, die die Videos nicht umleiten sondern nur die Oberfläche und evtl Abos, Feed usw bereitstellen, und man lädt die direkt von Youtube.
Nur falls du dadurch Probleme mit der Leistung und dem Arbeitsspeicher bekommen solltest.
Offenbar ist bei der laienhaften Treiberinstallation etwas schiefgelaufen
Normalerweise muss man auf Linux keine Treiber installieren. Cups hat die vorinstalliert, man muss sie nur wählen. Das hängt dann vom Desktop Environment ab, wie gut das geht.
Der Rechner landete in einer Endlosschleife
Wie hast du bitte versucht einen Druckertreiber zu installieren??? Das ist maximal ne .ppd datei die man einlädt, bei alten Druckern. Das sollte überhaupt nix machen.
Um dir zu helfen brauchen wir exakte Befehle die du ausgeführt hast.
Lektion 1: Timeshift nutzen
Kann dir sonst auch Systeme wie Fedora Atomic Desktops zB Kinoite empfehlen. Die sind quasi unkaputtbar. uBlue Aurora ist “out of the box” besser zu benutzen weil Media codecs usw schon installiert sind.
Das Paketbasierte Modell ist extrem Fehleranfällig. Fedora Atomic Desktops benutzen auch Pakete, aber das System wird exakt vom Server gespiegelt und weicht dadurch nie groß davon ab.
kommt mir Linux Mint MATE nicht spürbar stabiler oder schneller vor.
Natürlich nicht. Beide verwenden GTK3, X.Org, Ubuntu Pakete, systemd, …
Cinnamon ist schon nischig, je kleiner der Desktop desto weniger Support und Features hat er.
Geschwindigkeit ist sone Sache weil Cinnamon gerade auf alter Hardware irgendwie recht schnell läuft. Hab da aber auch noch nicht KDE probiert.
während sich der Desktop-Nutzer ohne Passwort anmelden soll
Empfehlung: such online nach tipps für ubuntu und das Terminal. Anstatt lang herumzusuchen, hätte das schon funktioniert:
passwd usernameKönnte aber auch eine komische Eigenheit von MATE sein, hab das noch nie benutzt.
Das Hinzufügen des Netzwerkdruckers “Brother HL-4140CN”.
Schonmal probiert, ob die Treiber für ähnliche Drucker funktionieren? Also ungefähr gleich alt, gleiche Serie, gleiche Größe?
Ideal wäre, wenn das Mint-Symbol links proportional größer würde, während die Symbole rechts kleiner bleiben
KDE kann das, da funktionieren die Icons in dem “Systemabschnitt der Kontrollleiste” aber auch anders.
Wobei dein Screenshot ist schon extrem, da ist was falsch.
Viel Erfolg noch!
SSDs verlieren Daten, wenn sie für ein Jahr nicht angeschaltet werden
Danke für die Info. Das wusste ich nicht :/
Ich hab auch schon 128gb SSDs eingebaut weil Mint eh keine 40gb Speicher braucht und ich es leichter rechtfertigen kann 13€ in so eine alte Kiste zu stecken als hundert. Aber stimmt schon, wenn’s das einzige Gerät ist, und mit Timeshift, flatpaks etc. machen 500+GB eher Sinn.
Danke für die vielen Infos. Vielleicht wird es tatsächlich eine 240-256 GB SSD und dann doch wieder Cinanamon. Oder keine SSD und dann XFCE. Bisher überzeugt mich MATE nämlich nicht sonderlich.
SSD auf jeden Fall, ist egal welcher Desktop
XFCE ist nicht leichter als Cinnamon. User Experience ist fraglich, ich könnte mit beiden nicht klarkommen, würde aber wohl eher Cinnamon nehmen
@MrFloppy Den Treiber gibt es. Bei Brother allerdings nur als RPM Paket. Du könntest den Treiber in ein .deb Format umwandeln und dann installieren.
#[1](https://download.brother.com/welcome/dlf005935/hl4140cnlpr-1.1.1-5.i386.rpm)
#[2](https://download.brother.com/welcome/dlf005937/hl4140cncupswrapper-1.1.1-5.i386.rpm)
Danke. Ich kann ihn dort sogar als *.deb herunterladen und installieren. Nur dann komme ich nicht weiter, denn die Druckerliste wird aktuell nicht auf das installierte erweitert.
Lässt sich die HDD iwie upgraden? Kenn das Modell jetzt nicht und vermute das könnte recht eingebacken sein, aber selbst ne 16€ Intenso SSD würde dem System merkbar Beine machen. Zudem immer empfehlenswert: Lüfter+Heatsink-Entstaubung. Dann kann die CPU länger ordentlich auf drehen.
Visuelle Effekte für die Fenster lassen sich auch noch deaktivieren (zumindest bei Cinnamon, ist länger her dass ich MATE benutzt hab)
Und immer lieber Systempakete installieren als die Flatpaks.
Vielleicht findest du irgendwo für paar wenige Euro passende SODIMM-RAM für ein RAM Upgrade, je nach vorhandenem RAM tut das dem System auch echt gut.
Zum Drucker kann ich leider nix beitragen, haben seit Jahren Epson ET im Einsatz, die werden richtig gut unterstützt. Drucken & Scannen aus dem Netzwerk ist super easy mit denen.
//Edit: Grad noch eingefallen: Eins der h264ify-addons in Firefox für YouTube. Damit nimmt er die alten Video-Formate - nur bis 1080p (60fps optional abschaltbar) - aber dafür geht’s dann mit Videobeschleunigung über die GPU, daher niedrigere CPU Last und flüssigeres Video.
Blöde Frage, aber hast du mal versucht den Drucker, ohne zusätzliche Treiber zu verwenden? Lustigerweise konnte das EPSON Tool unter Windoof den eigenen Drucker nicht finden und mit Linux (Fedora, Debian) funktioniert es ohne zusätzliche Treiber oder Probleme.
Also gut, ihr habt mich überzeugt. Gegen meine anfängliche Intention nur die Altkomponenten zu nutzen, habe ich jetzt eine geprüfte 240 GB SSD gekauft. Mint Cinnamon und Mate waren auf der HDD ähnlich langsam, wie zu der Zeit als Win10 frisch über Win7 gebügelt wurde. Jetzt kommt auf alle Fälle Cinnamon auf die SSD, da ich mit Mate nicht warm geworden bin.
Und die HDD wird die x-te Externe Festplatte für Fotos und Musik.






