• Lumidaub@feddit.org
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    45
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    1 month ago

    Statt des schriftlichen Dividierens wird künftig ausschließlich halbschriftlich gerechnet. Größere Zahlen werden in überschaubare Teilaufgaben zerlegt, etwa bei 126 : 6 zunächst 120 : 6 und anschließend 6 : 6.

    … ist das nicht einfach nur schriftliches Dividieren mit Extra-Schritten…???

     126 : 6 = 21
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    • bleistift2@sopuli.xyz
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      21
      ·
      1 month ago

      Ich persönlich sehe den Sinn auch nicht, schriftlich dividieren zu können. Das habe ich wirklich nie wieder getan, seit ich nicht muss. In der Alltagsmathematik ist es viel einfacher, die 126 eben erst zu zerteilen. Dann geht der Rest auch im Kopf.

      Wer so komplizierte Aufgaben rechnen muss, dass er dazu Stift und Papier bemühen muss, nimmt eh den Taschenrechner.

      Den einzigen Nachteil, den ich auf Anhieb sehe, ist, dass die Polynomdivision in der Oberstufe dann nicht mehr auf dem schriftlichen Dividieren aufbauen kann. Allerdings muss ich auch sagen, dass mir nie wirklich klar war, wie man vom Dividieren natürlicher Zahlen auf die Division von Polynomen kommt.

      • CyberEgg@discuss.tchncs.de
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        26
        ·
        1 month ago

        Ich persönlich sehe den Sinn auch nicht, schriftlich dividieren zu können. Das habe ich wirklich nie wieder getan, seit ich nicht muss.

        Es geht bei ganz vielen Dingen, die in der Schule unterrichtet werden, nicht um anzuwendende Methoden, sondern um thematische Grundverständnisse.

        • bleistift2@sopuli.xyz
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          ·
          1 month ago

          Ich finde, das halbschriftliche Dividieren bringt mehr Einsicht in Grundverständnisse als den Algorithmus zum schriftlichen Dividieren auswendig zu lernen. Das Konzept ist dasselbe, nur dass du beim schriftlichen jedes Mal die größtmögliche Zehnerpotenz des Divisors benutzt (das ist Mathematisch nicht sauber ausgedrückt, aber ich hoffe, ich mache mich verständlich).

      • da_cow (she/her)@feddit.org
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        1
        ·
        1 month ago

        Den einzigen Nachteil, den ich auf Anhieb sehe, ist, dass die Polynomdivision in der Oberstufe dann nicht mehr auf dem schriftlichen Dividieren aufbauen kann. Allerdings muss ich auch sagen, dass mir nie wirklich klar war, wie man vom Dividieren natürlicher Zahlen auf die Division von Polynomen kommt.

        Wir zumindest haben das im Abi in Mathe LK nicht mehr gemach (also Polynomdivision), aber machen wir uns auch nichts vor: Wenn Polynomdivision dran kommt haben eh bereits alle vergessen, wie schriftliches dividieren funktioniert. Das müssten die Lehrer an der Stelle eh nochmal neu aufrollen und wenn man im Abi ist versteht man das dann auch ziemlich schnell.

    • Successful_Try543@feddit.org
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      9
      ·
      1 month ago

      Das Beispiel ist ein bisschen zu einfach, um die Unterschiede aufzuzeigen. Wenn ich das richtig verstanden habe, können die einzelnen Summanden, die in Summe den Dividenden ergeben ‘nach Gefühl’ frei gewählt werden, also bei 157:6 z.B. auch 120:6 + 24:6 + 13:6, wärend schriftliches Dividieren starr die Teil-Dividenden für jede Stelle vorgibt.

      https://www.grundschulkoenig.de/mathe/4-klasse/halbschriftliches-rechnen/halbschriftliches-dividieren/

    • aaaaaaaaargh@feddit.org
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      ·
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      1 month ago

      That’s just slavery with extra steps!

      (für die Einordnung: das war ein Zitat von Richard und Morti)

    • gnuhaut@lemmy.ml
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      5
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      1 month ago

      Und schriftliche Polynomdivision sollte man wissen weil?

      Ich glaube wenn man allgemein algebraisches Verständnis hat und grundsätzlich irgendwie dividieren kann, kann man auch recht schnell lernen Polynome zu dividieren, ohne den Algorithmus auswendig gelernt zu haben.

      Mal abgesehen davon, wieso Polynomdivision überhaupt mehr oder weniger relevant sein sollte als andere Sachen, die momentan nicht im Lehrplan sind.

      • Zacryon@feddit.org
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        1 month ago

        Wenn man ein Ingenieursstudium anstrebt ist das vorteilhaft. Dann wiederum lernt man es oft eh nochmal in der Uni (oder muss es sich selbst aneignen), weshalb es auch kein großer Verlust ist.

        • da_cow (she/her)@feddit.org
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          1
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          1 month ago

          Das beschreibt so ziemlich jede Form von Studium…

          Ist halt nur immer die Frage, was man am häufigsten braucht und was dementsprechend alle in der Schule lernen sollten.

          • Zacryon@feddit.org
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            29 days ago

            Jupp. Ich denke man sollte den Lehrplan aber auch darauf ausrichten, was man im Leben noch so brauchen könnte, selbst, wenn man kein Studium macht (oder gar keine Ausbildung).

      • Akelei@discuss.tchncs.de
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        1 month ago

        Keine Ahnung, warum man es wissen sollte, aber es ist im Abi und vielen Studiengängen prüfungsrelevant.

  • Klingenrenner@feddit.org
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    8
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    1 month ago

    Der Erwerb mathematischer Kompetenzen ist eng verbunden mit übergreifenden Zielen zur Entwicklung der Persönlichkeit und des sozialen Lernens wie der Kooperationsfähigkeit, der Fähigkeit zur Organisation des eigenen Lernens und der Bereitschaft, die eigenen Fähigkeiten verantwortungsvoll einzusetzen

    Da schreibt man den mathematischen Kompetenzen aber viel zu. Ich kann nicht sagen, dass das lernen von “7 / 2 = 3 Rest 1” meine Persönlichkeit nachhaltig entwickelt hätte. Und an welcher Stelle ich meine unfassbar mächtigen Fähigkeiten zu ebendieser Berechnung verantwortungsvoll einsetzen kann, das muss mir auch jemand erklären. Betonung auf verantwortungsvoll, wie kann ich denn verantwortungslos dividieren?

    Für mich klingt das so, als ob da jemand diesen Vorspann mit einem LLM generieren hat lassen.

    • Don_alForno@feddit.org
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      13
      ·
      1 month ago

      wie kann ich denn verantwortungslos dividieren?

      Indem du den anderen Kindern verschweigst, wie groß der ihnen zustehende Teil vom Kuchen wäre.

      So gesehen … Herr Merz, bitte nochmal die dritte Klasse wiederholen.

      • Klingenrenner@feddit.org
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        1
        ·
        29 days ago

        Kinder erkennen meiner Erfahrung nach Verhältnisse relativ gut, auch ohne über Zahlen Bescheid zu wissen. Aber im übertragenen Sinne stimmt es schon.

    • Zacryon@feddit.org
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      5
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      1 month ago

      Ich denke im großen Ganzen ist es unglaublich wichtig ein gewisses Verständnis für Mathematik zu haben. Insbesondere in unserem (Des-)Informationszeitalter. Nicht nur, um uns alltagstauglich zu machen, um z.B. souverän informierte Entscheidungen im Leben treffen zu können (vom Einkauf bis hin zu Investitionen), sondern auch, um die kritische und analytische Denkfähigkeit zu fördern. Auch in Hinblick auf Desinformationen, manipulierten Statistiken etc. bieten solide Mathefähigkeiten einen gewissen Schutz.

  • istdaslol@feddit.org
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    7
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    1 month ago

    Wenn das System besser funktioniert, ich hätte auch kein Problem wenn man dan asiatische dividieren lehrt

    • CyberEgg@discuss.tchncs.de
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      4
      ·
      1 month ago

      Bildung ist nunmal nachwievor Ländersache. Außerdem ist es nicht einmal der ganze Norden (und ob ganz Niedersachsen zum Norden gehört, wird auch gerne diskutiert).

      • Zwuzelmaus@feddit.org
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        3
        ·
        1 month ago

        ob ganz Niedersachsen zum Norden gehört, wird auch gerne diskutiert).

        Von Italien aus betrachtet, ist es eindeutig :)

  • brewbart@feddit.org
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    3
    ·
    1 month ago

    Uff, schwierig. Ich finde es extrem wichtig fürs mathematische Bauchgefühl durchs Schreiben die Zahlen “in die Hand” zu kriegen. Ja klar, halbschriftlich nutzt nur das Distributivgesetz, aber ich hoffe es ist am Ende nur Abwägung zwischen “Allgemeingültigen Algorithmus lernen” und “Kopfrechnung vereinfachen”.

    • Obin@feddit.org
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      15
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      1 month ago

      Ich finde es extrem wichtig fürs mathematische Bauchgefühl durchs Schreiben die Zahlen “in die Hand” zu kriegen.

      Es ist im Prinzip algorithmisches Denken was man damit lernt. Das Zerlegen von Problemen in kleinere Teilprobleme und mittels dieser ein systematisches Lösen des Gesamtproblems. Und das ist noch für weit mehr als nur Informatik (CPUs führen Divisionen nach exakt diesem Schema durch) relevant. Ich meine, ist es nicht einfach cool, dass man Divisionen in Multiplikationen und Subtraktionen verwandelt, und dass ein stur-dummes Vorgehen nach Schema-F hier komplexe Operationen ermöglicht, die für unser Gehirn extrem schwer bis unmöglich (wenn die Zahl groß genug ist) wären? Es wäre weniger wichtig, dass die Schüler das im Rekordtempo und zur Perfektion beherrschen, aber sie müssen verstehen wie der Trick funktioniert und ein Bedürfnis dafür entwickeln solche Lösungsstrategien auch auf andere Probleme anzuwenden.

      Man denkt hier evtl. wie schon seit langem, es kann alles aus der Bildung weg gespart werden, was nicht unmittelbar auf den Beruf vorbereitet. Aber ich glaub hier schneidet man sich selbst bei diesem Vorhaben ins eigene Fleisch. Das kommt halt davon, dass wir von Juristen (Auswendiglernern) und BWLern (Plakate-Malern, Referate- und Sich-für-den-Größten-Haltern) regiert werden.

  • RalfWausE@feddit.org
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    1
    ·
    30 days ago

    Als Elternteil eines Kindes das in zwei Jahren in die Schule gehen wird sage ich dazu nur: Aaaaaaaaaaaaargh {hier bitte gemischt westfälische und hessische Beleidigungen einfügen}!!!