2,5 Jahre keine Auswertung bei Verdacht auf Kinderpornografie: Das LG Köln kippte die Sicherstellung mehrere Geräte. Überlastung sei kein Freifahrtschein für dauerhafte Grundrechtseingriffe.

Leider werden Hausdurchsuchungen mittlerweile schon wegen viel weniger (z.B. Anfangsverdacht auf Beleidigung) verteilt, daher kann man dieses 1x1 vom CCC nur empfehlen: https://www.youtube.com/watch?v=DweeWfW1cLg

  • Oinks
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    18 days ago

    Auf der einen Seite stehe das staatliche Interesse an effektiver Strafverfolgung, auf der anderen das Eigentumsrecht des Betroffenen – einschließlich des fortschreitenden Wertverlusts der Geräte. Entscheidend war, dass es über 2,5 Jahre keine ernsthafte Auswertung gegeben hatte. Und das, obwohl es sich überschaubare 56 GB handelte, es keine Verschlüsselung gab, die PINs bekannt waren und die Daten bereits gesichert.

    Was für ein Saftladen. Erinnert mich an XKCD 538, nur umgekehrt.

  • JensSpahnpasta@feddit.org
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    18 days ago

    Man unterschätzt, welche krassen Folgen das hat. Die nehmen ja nicht nur deine Festplatte mit, sondern einfach alle Technik, inklusive Back Ups. Und das bedeutet für dich, dass erstmal alles gespeicherte weg ist. Das sind eben nicht nur die raubkopierten Britney Spears MP3s, sondern auch so Kleinigkeiten wie Dinge, die man für die Steuererklärung benötigt, der Passwortmanager oder alle privaten Fotos. Das ist ein heftiger Eingriff, und es ist natürlich auch durch nicht zu rechtfertigen, dass die Polizei solche Daten dann so lange behält.

    • boredsquirrel (he)@slrpnk.net
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      18 days ago

      Raubkopieren gibts nicht. Raub ist gewaltvoll, und selbst für einen Diebstahl müsste das Diebesgut danach weg sein. Das ist einfach kopieren.

        • Obin@feddit.org
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          18 days ago

          Ist ja durchaus tödliche Gewalt wenn der Medien-CEO sich nur die kleinere Yacht leisten kann und dann in einem Sturm umkommt, weil er für die Koksorgie mit Minderjährigen auf die hohe See raus gefahren ist. Das Landgericht Hamburg würde das sicher auch so sehen.

          Und das Diebesgut ist insofern weg, als dass diese Unternehmen ja in ihren Statistiken so rechnen als gehöre ihnen dein Geld schon und enthältst es ihnen nur kriminell vor. An dem Punkt wundere ich mich schon lange, warum noch kein CSPDUler vorgeschlagen hat eine Straftat Konsumverweigerung einzuführen.

    • AntonMuster@discuss.tchncs.de
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      18 days ago

      Unter anderem deshalb braucht man off site backups. Kopie der Passwortdatei im Büro, bei Familie oder Freunden und dann kann man sich alles wieder runterladen.

      • JensSpahnpasta@feddit.org
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        18 days ago

        Auch Offside Backups helfen dir in dem Fall häufig nicht. Zum einen nimmt die Polizei natürlich gerne auch die Offside Backups mit, wenn sie davon erfährt. Und wenn du klug bist, hast du deinen Backup-Server auch mit einem 2FA versehen und im Zweifelsfall zockt dir die Polizei an der Stelle genau den 2FA. Dein Handy. Die SIM-Karte. Den Yubikey. Das ist übrigens etwas, was überhaupt gar nicht geht.

        • AntonMuster@discuss.tchncs.de
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          17 days ago

          Da muss du aber schon tief in die Scheiße gegriffen haben, damit sie gleichzeitig bei dir, deinen Eltern und Freunden, deinem Arbeitgeber und bei deinem Hoster vor der Tür stehen + vorheriger Überwachung um das überhaupt rauszufinden. Das sind schon Level, die selbst bei organisierter Kriminalität selten aufgerufen werden. Bei den “normalen”, ungerechtfertigten Durchsuchungen, wie sie im CCC-Umfeld schon passiert sind, sind die beschränkt auf Geräte in deiner Wohnung. Da reicht ein normales off site backup aus.
          Und deine Zugangsdaten und Geräte können auch aus anderen Gründen unbrauchbar werden: Feuer, Einbruch, technischer Defekt etc. Wenn man nur einen Schlüssel hat und den verliert, ist man immer gefickt.