Es war der Höhepunkt einer weiteren Hitzewelle in Deutschland: An mehreren Orten wurde am Donnerstag die 40-Grad-Marke geknackt. Den höchsten Wert meldete der Deutsche Wetterdienst (DWD) mit 40,5 Grad aus Bernburg in Sachsen-Anhalt. Dahinter folgten 40,4 Grad in Kitzingen (Bayern), 40,2 Grad in Ohlsbach (Baden-Württemberg), 40,1 Grad in Frankfurt am Main und Bad Nauheim (Hessen) sowie 40,0 Grad in Rheinfelden in Baden-Württemberg.

Damit wurde in drei Bundesländern laut den vorläufigen Daten des Deutschen Wetterdienst (DWD) ein neuer Hitzerekord für den Juli aufgestellt, nämlich in Sachsen-Anhalt, Baden-Württemberg und Bayern. Allerdings müssen die Werte noch überprüft werden.

Das ist doch bescheuert, dass nicht in Kontext zu stellen. Es geht doch nicht um Wertebereiche von Temperaturmessungen an sich. Sondern darum dass wir eine schnelle, unkontrollierte Erhöhung von Temperaturen und deren Extremen haben.

Wenn ein Hochhaus abbrennt, stellen sich doch auch nicht Journalisten hin und berichten über jede Steigerung der Temperaturen im Treppenhaus unterm Dach. Während die Polizei oder irgendeine Miliz Lösch- und Rettungsarbeiten mit der Waffe in der Hand verhindert.

Wann berichten die Journalisten mal über das, was getan werden muss, um diese Zivilisatorische Katastrophe zu stoppen?

  • kohlenstoff@feddit.org
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    15 days ago

    Die Reichen benehmen sich wie Könige, aber wir haben Könige aus guten Gründen abgeschafft. Und, sie haben auch einfach keine Macht mehr, wenn die Mehrheit nicht mitspielt. Dazu braucht es keine Guillotinen oder so.

    Auch wenn es schön klingt, aber ich hab mit Blick auf die Geschichte sehr wenig Hoffnung, dass man gewaltfrei aus der Nummer herauskommt. Die Könige sind gerade nicht durch eine nette Demo abgesetzt worden, sondern durch gewaltsame Überwerfung. Das ist das Dilemma einer sozioökonomischen Struktur, die mit Gewalt errichtet wurde und sich durch ebendiese definiert und erhält.

    • HaraldvonBlauzahn@feddit.orgOP
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      15 days ago

      Auch wenn es schön klingt, aber ich hab mit Blick auf die Geschichte sehr wenig Hoffnung, dass man gewaltfrei aus der Nummer herauskommt.

      Gewalt wird selbstverständlich idealisiert von Leuten, die mit Gewalt zur Macht gekommen sind. So steht’s dann in Geschichtbüchern, den Heiligen Schriften, oder in Hollywood-Produktionen zu sehen. Oder in der Gewaltromantik mancher Kreuzberger Anarchisten.

      Aber wenn jeder Konflikt mit Gewalt gelöst würde, wäre die Menschheit in der Geschichte zu gar nichts gekommen. Kooperation in menschlichen Gesellschaften ist der Normalfall - nicht Gewalt.

      Und… wer hat z.B. mehr Menschen vor dem Faschismus des 3. Reichs gerettet, der Kreuzberger Schwarze Block, oder die Resistance in Dänemark, die 95% der dänischen Juden in einer koordinierten Aktion vor Deportation und Ernordung rettete?

      • Incogni
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        15 days ago

        Du hast Recht, dass der Mensch viel lieber kooperiert, als das uns oft weisgemacht wird. Aber die meisten unserer Rechte wurden dennoch mit Gewalt erkämpft, ob uns das gefällt oder nicht. Demokratie? Französische Revolution. Arbeitnehmerrechte? Blutige Streiks. LGBT-Rechte? Stonewall riot. Und du selbst hast das 3. Reich erwähnt: Das fand mit dem 2. Weltkrieg sein Ende. Natürlich hoffe ich, dass wir aus der derzeitigen Misere friedlich rauskommen, aber viel Hoffnung hab ich nicht.

        • HaraldvonBlauzahn@feddit.orgOP
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          15 days ago

          Und du selbst hast das 3. Reich erwähnt: Das fand mit dem 2. Weltkrieg sein Ende.

          Der Faschismus in Europa aber nicht. Grob gesehen hatten wir 3 Ausgänge:

          • In Deutschland, Zusammenbruch durch einen äußeren Gegner
          • In Italien, z.T. Sieg eines militanten inneren Widerstands
          • In Spanien, mit dem Tod von Franco und einer graduellen aber nachhaltigen Demokratisierung der Gesellschaft

          Und welches Land von diesen dreien ist heute am wenigsten rechts?

          • poVoq@slrpnk.net
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            15 days ago

            Leider tun sich die drei Länder da beim rechts sein wenig. Spanien hat derzeit eine mitte-links Minderheitsregierung die von Seperatisten gestützt wird, was das aktuelle Bild etwas verzerrt. Strukturell hat Spanien den Faschismus leider nur sehr unvollständig überwunden.

            Ein besseres Beispiel wäre vieleicht Portugal gewesen, das seinen Faschismus in einer gewaltfreien Revolution überwunden und danach deutlich weiterreichende Reformen durchgeführt hat.

      • kohlenstoff@feddit.org
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        15 days ago

        Du wirfst in meinem Verständnis sehr viele Begriffe durcheinander, da kann ich dir nicht ganz folgen:

        Gewalt wird selbstverständlich idealisiert von Leuten, die mit Gewalt zur Macht gekommen sind. So steht’s dann in Geschichtbüchern, den Heiligen Schriften, oder in Hollywood-Produktionen zu sehen.

        Also ist die französische Revolution eine Idealisierung und entspricht nicht der Realität oder wie soll ich das verstehen? Daneben sind Idealisierung von Gewalt und die Legitimierung von Gewalt zwei unterschiedliche Dinge. So nehme ich an, dass mancher Ukrainer im Schützengraben die Gewalt nicht gutheißt, sie aber zumindest als legitim (und notwendig) gegenüber dem Angriff auf seine Lebenssituation erachtet.

        Aber wenn jeder Konflikt mit Gewalt gelöst würde, wäre die Menschheit in der Geschichte zu gar nichts gekommen. Kooperation in menschlichen Gesellschaften ist der Normalfall - nicht Gewalt.

        Darüber bin ich mir sehr wohl bewusst. Ich spreche hier konkret von militarisierten und autoritären modernen Staaten + Milliardären innerhalb einer globalen Polykrise, die bereits jetzt schon in alle Richtungen gewalttätig ausschlagen (z.B. USA), um den eigenen Status zu sichern. Auch geht es hier nicht um einen Konflikt, sondern um das Überleben des Kapitalismus. Friedfertig auf die Straße kleben und Kinder demonstrieren lassen haben wir schon ohne großen Erfolg durch.

        Und… wer hat z.B. mehr Menschen vor dem Faschismus des 3. Reichs gerettet, der Kreuzberger Schwarze Block, oder die Resistance in Dänemark, die 95% der dänischen Juden in einer koordinierten Aktion vor Deportation und Ernordung rettete?

        Es ist ein Unterschied, ob man Menschen bei der Flucht aus einem System hilft oder ein System stürzt. Die Nazis sind nicht spontan aus den Pantoffeln gekippt, weil so viele Juden und Jüdinnen über die Ostsee fliehen konnten. Am Rande: Große Teile der deutschen Linken saßen und starben derweil in KZs oder waren vorab in Katalonien aufgerieben worden. Was ist das für ein Argument, bitte?